Zahra
Die Blüte der Wüste
Marokko
Ich bin Zahra!
Ich komme aus einer kleinen Stadt im Norden Marokkos. Mein Alltag war klar geregelt. Gebet, Familie, feste Abläufe. Als Mädchen lernt man früh, worauf es ankommt. Respekt, Zurückhaltung, Verlässlichkeit. Der Glaube gehört zu allem dazu, nicht nur zu bestimmten Momenten. Vieles wird nicht hinterfragt, sondern übernommen und weitergeführt.
Nach meiner Heirat bin ich zu meinem Mann nach Deutschland gekommen, in den Schwarzwald. Es war ein neuer Anfang in einer Umgebung, die ich nicht kannte. Die Ruhe hier, die Distanz zwischen den Menschen, die Art zu leben. Vieles war anders als zu Hause. Ich musste lernen, mich im Alltag selbst zu orientieren, Entscheidungen eigenständig zu treffen und gleichzeitig das zu bewahren, was mich geprägt hat.
Heute lebe ich zwischen diesen beiden Ordnungen. Mein Glaube ist geblieben. Ich bete, halte mich an das, was mir wichtig ist, und trage es bewusst nach außen. Gleichzeitig bewege ich mich in einer Welt, die offener ist und andere Erwartungen hat. Als Frau bedeutet das, immer wieder abzuwägen. Wie viel man übernimmt und wo man bei sich bleibt. Es ist kein Bruch, sondern ein Gleichgewicht, das sich jeden Tag neu bildet.
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Das Bild verbindet marokkanische Tradition mit Elementen des Schwarzwalds über präzise ausgearbeitete Details. Die ornamentalen Muster des Stoffes greifen typische nordafrikanische Textilien auf und stehen für Herkunft, Handwerk und kulturelle Identität. Die Art, wie der Stoff das Gesicht rahmt, verweist auf Zurückhaltung und Schutz im öffentlichen Raum. Die roten Bollen setzen einen klaren Kontrast und zitieren ein zentrales Element der Schwarzwälder Tracht. In der Kombination entsteht eine visuelle Spannung zwischen ornamentaler Dichte und reduzierter Form, die die innere Zerrissenheit der Figur sichtbar macht.
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